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Vom Frankenwald nach Leipzig

29.6. - Hatz zum Fußballspiel - Vergeblich

Weder Halali noch Horido
Weder Halali noch Horido

Der Tag des Achtelfinales beginnt damit, dass ich denke, der Kick beginnt um 9 und ich hätte deshalb genügend Zeit. In Selb wird es mal gefrühstückt, danach mache ich noch einen Corona - Test, weil ich noch ein paar Km durch Tschechien muss und am Abend vielleicht auch wieder einen brauche.

Kurz nach Selb bin ich schon über der Grenze und damit im Böhmerwald. Es sieht immer noch so aus wie vor 20 Jahren, als ich das letzte Mal drüben war: Spielcasino, Nachtclub, Asia - Markt und drumrum lauter Schrott und Ruinen. Die 25 km durch diesen äußersten Zipfel Tschechiens ist ein permanentes Auf - und Ab. Komoot meint es wirklich gut und schickt mich in jeden Wald - und Feldweg rein. Alles steil, holprig, löcherig.
Raus komme ich jetzt im Vogtland. Einen Test will niemand sehen. Ist auch keiner da.
Es wird jetzt noch viel härter. Ein steiler Anstieg reiht sich an den anderen. Mal links und rechts der Elster mit zum Teil übelstem Kopfstein und bis 22 % steil. Da muss sogar ich passen und schieben. In Greiz suche ich mir einen Campingplatz als Tagesziel aus. 
Zum  erwählten sind es 23 km und nur 190 hm. Inzwischen es es jedoch schon nach halb 5 und ich weiss, dass der Kick schon um 6 anfängt. Ok, dann halt zur zweiten Halbzeit.
Blöd wieder, dass ich gleich den falschen Berg nehme und 5 Extra - Km einlege. Wie doof kann man sein.
Es ist kurz nach 7, als ich am Stausee mit Campingplatz hinter der Stadt Werdau eintreffe. Rezeption nicht besetzt, weder Kneipe noch sonst irgendwas. Ein paar Dauercamper hocken vor ihrem Wagen und schauen Fußball. Da steht es noch 0:0.
OK, eigentlich egal. Zelt aufbauen, duschen, und nochmal losfahren, um etwas in den Magen zu bekommen. Insgesamt irrlichtere ich noch ca. 25 km durch die Gegend, um eine offene Kneipe zu finden. Unterwegs erfahre ich dann das Endergebnis. Auch egal.
Die Penne sind lecker, die zwei Hefe auch. Ok, die Portion ist etwas dürftig - aber das kennen wir ja schon.
Zurück auf dem Platz sind inzwischen gewaltige Wolkenberge hochgezogen. Die sehen ziemlich bedrohlich aus. Ich überlege schon, mein Domizil in einen kleinen Raum neben der Rezeption zu verlegen, der offen steht. Aber wie durch ein Wunder zieht das Unwetter an uns vorbei. Ein kleiner Regenschauer in der Nacht, das wars.
CA. 110 km und etwa 1400 hm bin heute rumgeeiert.

30.6. - Im Pleissetal nach Leipzig

Altenburg
Altenburg

Das Allerbeste zuerst. Seit Mitternacht gilt meim Impfausweis. Keine Tests mehr.

 

Alles trocken heute morgen, der Regenschauer war kurz. Es ist zwar grau in grau, aber relativ warm. Zuerst geht es gemütlich an der Pleisse entlang, mal geteert, mal geschottert, mal auf Kopfstein. Mal links mal rechts. Zweimal stoppen mich Verbotsschilder, weil gerade gebaut wird. Ohne Vorwarnung wieder. Ganz schön nervig.

In Altenburg (Spielkarten) mache ich eine längere Pause. Das Ziel lege ich auch fest. Ein Platz an einem See am westlichen Stadtrand von Leipzig. 49 km sagt Komoot, fast flach, da bin ich ja geschätzt so um 3 Uhr da.

 

Von wegen. Es wird wieder mal ziemlich übel. Schon in Altenburg zwingt mich das Sch... Navi in jede Kopfsteinplaster - Gasse rein. Raus komme ich dann über Umwege. Gelegentlich wird der Radweg dann auch wieder beschildert, um kurz darauf wieder im Nirvana zu verschwinden. Kurz vor Leipzig muß ich sogar eine Zeitlang auf die Bundesstraße. Nix mehr mit Radweg.

 

Aber wer die Autobahnen in Spanien oder Thailand kennt, fürchtet keine ostdeutsche Bundesstraße.

So kommts, dass ich wieder nach 6 am Ziel bin. Erstaunliche 19 Euro darf ich für den Platz berappen. Inklusive 5 Euro - Zuschlag für eine Einzelübernachtung. Das hatte ich noch nie.

Für alle, die das Abenteuer auf dem Rad suchen: Ab in den deutschen Osten. 

 

Ca. 90 km kommen so heute zusammen.