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Vom Emsland nach Groningen

Die Emsfähre - fährt ohne mich
Die Emsfähre - fährt ohne mich

Ist es schon Herbst? Dem Nebel nach sieht es so aus. Um es kurz zu machen : Bis auf zwei kurze Augenblicke, an denen die Sonne durch drückt, bleibt es den ganzen Tag so.



Die erste Info bei der Planung der Tour nach Groningen /Holland: Komoot sagt 39 km Luftlinie, bei der Planung stehen dann plötzlich 88 km da. Das bedeutet, nördlich des Dollart (Verbreiterung der Ems) gibt es keine Fähre. Ich muss unten rum über Emden. An der Stelle, an der die Ems wieder zu einem normalen Fluß wird, gibt es eine Radlerfähre. Ein Auto passt auch noch drauf.


Ich bin um 11.45 dort. Die Fähre ist grad weg und die nächste geht lt. Plan um 13.30 Uhr. Die Zeit könnte ich jetzt für ein gepflegtes Vesper nutzen, aber dummerweise habe ich nichts mehr und 4 km vorher bin ich an einem Laden vorbei gefahren. Zeit ist ja genug, also radle ich zurück, kaufe ein, zurück zur Fähre, setz mich auf den Damm und genieße mein Mittagessen inkl. einem Bier. Kurz vor 1 läuft die Fähre ein, ich lass mir Zeit, denn lt. Plan fährt sie erst eine halbe Stunde später ab. Alle wartenden Radler gehen drauf, auch ich bin schon auf dem Weg. Und was macht der Skipper? Gibt Gas, dreht ab und weg ist er. Ohne mich.

Mist, aber eine halbe Stunde später ist er wieder da. Schneller wollte ich eh nicht. 

Auf der anderen Seite geht es jetzt ewig lang am Deich entlang bis ich nach einem scharfen Rechtsknick und einer kleinen Brücke plötzlich an der Grenze stehe. Ein Rennradler, der hier gerade seinen Wendepunkt erreicht hat, klärt mich über die aktuelle Situation in Holland auf: Keine Masken, keine Tests, keine Nachweise - aber die Situation würde schlimmer. Super.

Egal, die Weiterfahrt zieht sich durch viel flaches Land, auffällig sind die Radstreifen in den Ortschaften. Trotzdem schaffe ich es in einem Ort, die Spur zu verlieren und brauche fast ein dreiviertel Stunde, bis ich einen schmalen Pfad, den ich schon dreimal passiert habe, als Fortsetzung des Radwegs erkenne. 

Ein paar Orte später muss ich gerade über eine Kreuzung, aber es gibt eine kleine Gabelung, wodurch nicht direkt klar ist, was jetzt gerade ist. Ich stehe hinter einem blonden Engel mit zwei Kindern, die drei fahren los und ich bleib stehen, weil ich erst nochmal die Route auf dem Handy checken will. Und plötzlich steht dieser blonde Engel neben mir und fragt mich, ob ich klar komme und wohin ich wolle. Ist die einfach noch mal umgedreht um mir weiter zu helfen. So ist er, der Holländer, bzw. Sie, die Holländerin. 


Ab jetzt geht es bolzgerade nach Groningen. Die Radwege werden breiter, in der Stadt beherrschen wirklich die Radler die Szene. Unglaublich. Wir sind Lichtjahre davon entfernt. 

Mein Ziel ist der Stadtpark und der Campingplatz, der sich darin befindet. Leider bin ich schon wieder etwas spät dran, um die Szenerie in der Stadt zu genießen. 


Der Platz ist schön, alles da inklusive Open Air Fitness und Kneipe. Für 11,30. Das habe ich in D auf wesentlich schlechteren Plätzen bezahlt. Und auch hier: Alle total freundlich. Die gefallen mir, die HolländerInnen.


Auch heute sind es wieder 100 km. 





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Kommentare: 1
  • #1

    Krischan (Dienstag, 13 Juli 2021 13:59)

    Moin mein Lieber, kuckst Du eigentlich auch mal ab und zu bei Threema oder sontwo vorbei? Ich wünsch Dir eine fröhliche Weiterfahrt!