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Saarbrücken - das Ende

Nein, kein Bild heute. Nur ein kurzer Abgesang. 

 

Aber von Anfang an. 

 

Um 9 sitze ich auf dem Rad und die Sonne scheint schon wieder kräftig vom Himmel. Zur Saar rüber ist es nur eine kleine Welle, 5 km später bin ich schon auf dem Saarradweg, der zunächst noch ein paar km an der Schnellstraße entlanggeht. 

 

Aber dann wird's gemütlich. Keine Steigungen, alles flach. Auch mal schön nach den beiden letzten Tagen. 

 

Vorbei an den Stahlwerken in Völklingen und Saarbrücken erreiche ich um 11 Uhr Saarbrücken. Ich wechsle von der rechten auf die linke Seite, weil es dort mehr Schatten zu geben scheint. Außerdem muss ich neu planen. 

 

Das nächste Ziel ist Straßburg. Der direkte Weg führt direkt von Saarbrücken aus über die nördlichen Vogesen und bringt auf die nächsten 58 km 1000 Höhenmeter. Aber es geht auch leichter. Noch ein bisschen weiter an der Saar bis nach Saargmünd in Lothringen und dann eine leichte Umfahrung der Vogesen nach Westen. Ein kleiner Umweg zwar, dafür mit 500 hm weniger. 

Weil ich aber schon mal auf der linken Saarseite bin, bleibe ich da und stelle fest, das ist die falsche Seite. Irgendwo wird es schon wieder rübergehen. Es kommt eine Schotterpiste und entwickelt sich zu einem ziemlichen Umweg. Also die 2 km zurück und die Seite wechseln. 

 

Plötzlich stelle ich fest, dass mein Handy weg ist. Das habe ich am Lenker befestigt zwecks leichterer Navigation. 

Der Super - Gau. Also wieder zurück, 300 Meter später liegt es da im Staub. Das Display völlig zerstört. Erst denke ich, das ist nur das Panzerglas und wird schon wieder funktionieren. Aber da funktioniert gar nichts mehr. 

 

Vielleicht gibt's in Saargmünd ja einen Handyladen, der das Display schnell reparieren kann, wenn das überhaupt noch möglich ist. Ich radle also noch die 15 km und bin längst wieder in Frankreich, um feststellen zu müssen, dass es a) in Saargmünd keinen Handyladen gibt und b) dass ich (und wahrscheinlich wir alle) inzwischen völlig hilflos sind ohne diese Sch... Teil. Ich wüsste nicht mal mehr den Namen des Ortes mit dem Campingplatz, den ich vor einer halben Stunde als Ziel eingegeben habe. 

 

Meine Motivation ist dahin. Heute ist der 28. Tag meiner Tour. Ca. 5 - 6 Tage bräuchte ich noch über Straßburg,  Basel und den Bodensee. Ich stelle fest: Ich habe keine Lust mehr. 

 

Der Entschluss steht. Ich fahre zurück nach Saarbrücken, steige dort in den Zug und beende die Tour hiermit. Um halb 10 bin ich in Biberach, dort geht gerade ein Regenguss nieder. Der erste Regen seit Schwerin. 

Aber es bleibt ein kurzer Guss, sodass ich die letzten Meter dann auch noch trocken heimkomme. 

 

Für ein Fazit (wenn das überhaupt nötig ist) ist es noch zu früh. Eine Erkenntnis ist aber wieder gereift bzw. wurde wieder mal bestätigt: 

 

Der Weg zu einer Verkehrswende, bei der wir alle für eine bessere Umwelt öfter aufs Rad steigen, ist noch weit. Die meisten Politiker, Verkehrsplaner, sonstige dafür Verantwortliche in Deutschland, haben den Schuss noch nicht gehört. Ein Blick über die Grenzen würde machen von diesen Selbstgerechten im Lande mal ein bisschen Demut nahebringen. Aber das ist leider ein Wort, dass im Sprachgebrauch in Deutschland ohnehin nicht vorkommt. 

 

Genau habe ich es noch nicht zusammengerechnet. Es müssten ca. 2900 km gewesen sein bei 26 Tagen auf dem Rad. 

 

Die Bilder von gestern? Siehe oben. Handy!

 

 

 

 

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