
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit meinem Gastgeber Klaus sitze ich um kurz nach 9 auf dem Rad. Den einzigen Sonnenstrahl am Morgen sehe ich, als ich gerade das Rad aus der Garage schiebe. Vom Haus weg geht es direkt hoch, keine Zeit zum Einrollen.
Heute stehen zwei 'Summits' auf dem Plan: Der Dollberg, höchste Erhebung des Saarlands nach 56 km und der Erbeskopf, der höchste von Rheinland-Pfalz mit 816 Meter Höhe nach 73 km. Ab da habe ich aber noch keinen Plan, weil mein potentieller Gastgeber kurz nach dem Erbeskopf nicht verfügbar war. Unterwegs treffen mich dann aber ein paar Missgeschicke, die den eigentlich lockeren Zeitplan durcheinander bringen. Wegen einer Baustelle werden Radler auf einen ziemlich üblen Waldweg umgeleitet, mal Schotter, mal Teer, mal schmale Betonstreifen und viele Löcher. Ca. 3 km lang. Am Ende geht es dann steil in ein Dorf runter. Eigentlich will ich meine Klickies checken, weil sich die etwas locker anfühlen. Tatsächlich, es fehlt eine Schraube. Was aber viel schlimmer ist: Mein Handy fehlt auch. Das hatte ich mal wieder am Lenker. Wie schon einmal im Saarland. Also erstmal Handy suchen. Das muss an einem der vielen Löcher aus der Halterung gefallen sein. Den steilen Buckel wieder hoch. Und den ganzen Weg zurück bis zum Beginn der Umleitung. Kein Handy. Also wieder umdrehen und jetzt vor allem den Seitenstreifen absuchen. Und siehe da, da liegt es unter einem Grasbüschel. Unversehrt. Später fällt mir dann ein, dass meine Uhr, die per Bluetooth mit dem Handy verbunden ist, eine Suchfunktion hat. Damit hätte ich mir mindestens 3 km und ein bisschen Stress ersparen können.
Jetzt also wieder zum Dorf runter, ich muss jetzt was essen und trinken, aber ich komme nicht mehr raus aus dem Klickpedal. Ich frage im Laden nach einem Schraubenzieher, um den Schuh damit rauszuwuchten. Das gelingt auch, jetzt also etwas vespern.
Kaum fertig, beginnt es zu regnen. Diesmal aber richtig. Patschnass fahre ich weiter. Auf den Dollberg geht zunächst ein breiter Kiesweg, zunächst vorbei an einem keltischen Steinwall. Kurz danach ist schieben angesagt. Und irgendwann steht da ein unscheinbares Schild, dass dies hier der höchste Punkt des Saarlands mit 695 Meter Höhe ist. Auch danach geht es dann meist schiebend weiter. Alles ist nass, viele Pfützen. Auch viele umgestürzte Bäume liegen rum, aus denen man einfach einen Meter als Durchlass rausgesägt hat.
Aber irgendwann ist der Talboden erreicht, ca. 13 km sinds noch zum Erbeskopf. Hier führt einen schöner geteerter Radweg fast 9 km nach oben. Regen, Niesel, kurz auch mal trocken. Und dann der Gipfel. Das meiste militärisches Sperrgebiet. Der Holzturm als Gipfelmarkierung in dichten Nebel gehüllt. Da macht es keinen Sinn hochzusteigen.
Inzwischen ist es außer nass auch noch arschkalt. Da ist mal wieder ein Hotelbett fällig. 11 km abwärts in Richtung Idar Oberstein werde ich in Kirschweiler fündig. Meine Finger sind steifgefroren. Genauso wie der Rest, mein Handy ist nass, es lässt sich nicht mehr laden.
Mir reichts für heute. Wenigstens gibt es eine Pizzeria, wo ich der einzige Gast bin. Ca. 92 km und 1500 hm waren es wieder.







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HP (Donnerstag, 07 Mai 2026 08:11)
Hallo Dennis,
was für ein Pech und was tust du dir da an?
Ich wünsche dir für heute und morgen mehr Glück und weiterhin gut Fahrt und besseres Wetter.
Viele Grüße
HP