
Nach der kleinen Pause gibt es jetzt die Fortsetzung der16 Summit -Tour.
Um 6.46 geht es in BC los. Umstiege sind in Stuttgart und Karlsruhe. Um 13 Uhr bin ich in Mainz. Nach einem Kaffee suche ich den Main, der hier in den Rhein mündet und starte die Tour auf dem dortigen Radweg. Ist zunächst ein bisschen tricky, aber ich finde ihn. Allerdings ist der Zustand miserabel. Es macht nicht wirklich Spaß darauf, zwischenzeitlich geht es weit weg vom Main. Die Route führt am nördlichen Stadtrand von Frankfurt vorbei. Aber was heißt schon Stadtrand, ist alles Stadt, zig Abzweigungen, ständig die Gefahr, sich zu verfahren. Als ich mal wieder kurz anhalte, um die Lage zu checken, stelle ich fest, dass ich mir gerade den ersten Platten auf der Tour eingefangen habe. An einer Bushaltestelle stehe ich nun und flicke den Reifen, danach geht es mit einem mulmigen Gefühl weiter, weil ich den Reifen mit der kleinen Pumpe nicht so voll bekomme wie mit einer Großen. Ich fahre den ganzen Tag gegen eine graue Wand, ein paar mal nieselt es kurz.
Als ich Frankfurt endlich hinter mir habe bin ich im Niddertal unterwegs, aber einen passenden Radweg suche ich meist vergebens. Über Bad Vilbel fahre ich weiter, einige Teile sogar auf einer vielbefahrenen Bundesstraße. Kurz vor meinem Tagesziel, Ortenberg, finde ich dann doch noch einen Radweg, der weit mäandernd durch die Wiesen zieht. Die erste Übernachtung habe ich noch zuhause aus klargemacht, mal wieder über Warmshowers. Walter heißt mein Gastgeber und freut sich schon auf mich, bitte jedoch nicht vor halb 6 kommen, weil sonst vielleicht noch keiner daheim ist.
Dann bin ich endlich in Ortenberg, hier gibt es viel Fachwerk und viel Kopfsteinpflaster, die Adresse habe ich nur so ungefähr im Kopf, da schaltet mein Handy auf den Stromsparmodus, ab 4 % geht dann die Beleuchtung nicht mehr an. Man sieht also nichts mehr. Welche Haus - Nr. war das nochmal? Verdammi, die Straße habe ich, aber die Haus-Nr.? Auch einen Nachnamen habe ich nicht. Ich gehe also von Haustür zu Haustür, klingle einfach mal. Ich kann ja fragen, ob hier ein Walter wohnt. An einem wunderschön renovierten Fachwerkhaus öffnet dann eine Frau. Sie empfängt mich mit den Worten: Ich bin Petra, herzlich willkommen, Walter ist aber nicht zu Hause. Der befindet sich auf dem Weg nach Istanbul und ist irgendwo gerade bei Wien unterwegs.
So kann man es auch machen: Leute einladen und die Frau dann machen lassen. Aber es wird ein netter Abend, sie hat gekocht, incl. einem leckeren Nachtisch, Walter ist als Thema natürlich dabei, weil er halt auch Fernradler ist, aber ein anderer als ich. Er lässt sich Zeit. Ist schon seit April unterwegs und kommt vielleicht erst im Dezember wieder zurück.
Tagesstatistik: 89 km, 450 hm
Bilder sind heute totale Fehlanzeige: Bei dem Wetter macht es einfach keinen Spaß zu fotografieren.





