
Heute ist es nur heiß, landschaftlich ist genau so wenig geboten wie an den letzten Tagen. Verödete Ortschaften, riesige Kiefernwälder, ab und zu ein See, diesmal aber immer einer aus dem Tagebau in der Lausitz. Zutritt in der Regel streng verboten. Eine Ausnahme bildet heute Finsterwalde. Da ist für hiesige Verhältnisse richtig was los. Zwei Bäckereien mit Cafés haben auf. Und man sieht sogar Leute auf der Straße. Aber dann gibt's Orte wie Lauchhammer, da möchte man sich nur noch verkriechen.
Um halb eins erreiche ich Ortrand, wo sich gleich ein ganzes Gebirge, die Kmeler Berge auftun, wovon der höchste mit 201 m der Kutschenberg ist. Kurz daneben steht noch einer mit 212 m, aber der gehört schon zu Sachsen.
Im Dorf geht zunächst ein Teerweg ab, daraus wird dann Schotter, auf die letzten 300 m muss ich sogar wieder schieben. Es ist verdammt schwül, der Versuch, Bilder zu machen, wird durch unzählige Stechbiester fast unmöglich gemacht. An ein Gipfelbier ist nicht zu denken, das hole ich mir im Anschluss an einer Tanke und wundere mich über mindestens 50 Mückenstiche.
Jetzt heißt es weiter planen. Ich könnte nach Dresden fahren oder auf der direkten Linie nach Meißen, wo es kurz davor einen Campingplatz, wiederum an einem Badesee gibt. Nach 99 km und 610 hm bin ich dort und muss mich einer Forderung von 24 Euro für die Nacht erwehren. Für was? Der Fettklops an der Kasse lässt sich schließlich auf 16 runterhandeln, Müllgebühr 5 und Fahrrad 3 sind gestrichen.
Beim Aufbau grummelt es wieder von oben, aber die Regenfront zieht knapp vorbei. Im Restaurant langt es noch für ein Schnippo und ein paar Bier, dann ist hier Feierabend.
Was heute besonders auffällig war: Beim Wechsel von Brandenburg nach Sachsen sind die Orte plötzlich etwas gepflegter und nicht ganz so verrottet. Vielleicht auch nur ein Zufall auf der Strecke. Aber für alle, die das nicht schon mal mit eigenen Augen gesehen haben: Es ist unvorstellbar.








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