Ehrwald

Zielfoto 4 km vor dem Ziel Ehrwald
Zielfoto 4 km vor dem Ziel Ehrwald

Den letzten Absacker gestern Abend musste ich natürlich an der Bar vom Hotel Stocker nehmen, das für uns im Skiclub immer wieder willkommene Anlaufstelle ist.

Die Nacht auf dieser Höhe war dann doch etwas frischer als unten im Flachland. 

Um 8 bin ich wieder unterwegs. Auf der linken Seite des Reschensees, wo am Samstag der Reschenseelauf stattgefunden hat. Nach der Überquerung der Grenze gibt es in Nauders erstmal Frühstück. Dabei grüble ich darüber nach, ob ich den Pass jetzt direkt abfahren soll/darf oder einen kleinen Umweg über die Schweiz mache. Ausgeschildert ist der weitere Verlauf der Via Claudia nicht. Ich riskiere es, soviel Verkehr ist noch nicht. Ausgerechnet in der Galerie und Tunnel im mittleren Teil des Passes fahren  zwei LKW zu mir auf, einem gelingt nach dem ersten Tunnel das Überholmanöver, der andere bleibt hinter mir und damit der ganze Verkehr, der jetzt an mir vorbeiziehen würde. Ganz schön spannend. Kurzzeitig fahre ich sogar zu einem Rennradler auf, der kurz vor mir gestartet ist. Im Tal fahre ich rechts raus und ernte aus einem der vorbei fahrenden Autos heftige Flüche. Aber sowas lässt mich inzwischen kalt. Ab hier ist es jetzt einfach. Der Radweg ist jetzt immer auf eigener Trasse unterwegs, durch Wiesenlandschaften, links oder rechts des Inn, mal eben daneben oder mit vielen kleinen Wellen durch enge Durchbrüche. Jetzt sind wieder viele Radler unterwegs. Die Hitze ist heute nicht ganz so schlimm, es ist angenehm zu radeln. In Landeck gibt's einen Döner, erstaunlicherweise haben heute alle Läden zu. Ist in AT eigentlich nicht üblich.

Ab Imst verlasse ich den Inn und bin jetzt überwiegend auf Schotter und im Wald unterwegs. In Tarrenz ist ein kleines Bergwerk - Museum, dort steht ein Radwegweiser, Fernpass, 18 km. Ich frage die Dame an der Rezeption. Die meint, der Radweg über den Fernpass sei inzwischen 'super' ausgebaut, da müsse niemand mehr auf die Passstrasse. In meiner Erinnerung weiß ich noch, dass der Radweg ein MTB - Pfad war, den ich einmal 2009 in der Gegenrichtung befahren habe.

Was folgt, ist ein ein machen Stellen verbreiteter Forstweg, mit mehr oder weniger grobem Schotter, mit dem MTB sicher kein Problem, aber mit schmalen Reifen eigentlich nicht fahrbar. An manchen Steilstellen so schmal und unübersichtlich, dass es bei Gegenverkehr echt heikel wird. 

Ab der Passhöhe wird dann auf die andere Straßenseite gewechselt, wo es erstmal weiter nach oben geht. Die Abfahrt nach Ehrwald ist vollends übel, das hätte ich zum Schluss nicht mehr gebraucht. Viel schneller als beim rauffahren bin ich hier auch nicht. 

Als ich endlich Asphalt kurz vor Biberwier erreiche, gönne ich mir mein Zielbier an einer Alm. Das muss ich allerdings ziemlich schnell runterkippen, weil mein Bus (Schienenersatzverkehr) in Richtung Pfronten in 45 Minuten fährt und ich noch 4 km zum Bahnhof habe. Wobei man beim SEV nie weiß, ob die ein Fahrrad mitnehmen. 

 

Am Bahnhof gibt es mehrere Durchsagen, einen SEV gibt es auch nach Garmisch. Aber lt. Fahrplan kommt der nach Pfronten früher. Der Bus kommt pünktlich (17:29), der Fahrer steigt aus, er meint, eigentlich keine Räder, aber schnell einladen, damit es der Begleiter nicht sieht. Vorne drauf steht Pfronten. Also Rad schnell rein, der Busbegleiter merkt tatsächlich nichts, dafür stelle ich gleich nach der Abfahrt fest, dass der Bus in Richtung Garmisch fährt. Scheiße, Diskussion mit dem Busbegleiter, der direkt vor mir sitzt. 

Das Ende vom Lied: In Garmisch erwische ich gerade noch den Bus, der wieder zurück nach Ehrwald und weiter nach Pfronten fährt. Nochmal gut gegangen, gerade mal eine Stunde verloren. 

Danach klappt alles, umsteigen in Kempten und Ulm, um 22.45 bin ich in BC. 

 

111 km, 1206 hm zum Abschluss. 

 

Meine spezielle Tour de France ist zu Ende. Man könnte auch sagen, von Saarbrücken nach Ehrwald geradelt. 

Eine kleine Statistik:

Insgesamt unterwegs 51 Tage, davon 47 Tage auf dem Rad. 

4621 km und 41250 Höhenmeter.

Höchster Punkt der Strecke: Tourmalet 2115 m. 

In der Zeit 2 x in einem richtigen Bett geschlafen, einmal auf dem Küchenboden. 

Pannen : Keine

Unfälle :  In Toulon an der Ampel umgefallen, weil im mich beim Abstützen an der Gehsteigkante verschätzt und abgerutscht bin. 

Gewicht verloren: Ca. 6 kg, 4 Zuviel. 

 

Sollte sich jemand für meine Tagesberichten interessiert haben, vielen Dank dafür. Vielleicht konnte ich den einen oder anderen damit erfreuen. 

 

 

Den letzten Absacker gestern Abend musste ich natürlich an der Bar vom Hotel Stocker nehmen, das für uns im Skiclub immer wieder willkommene Anlaufstelle ist.

Die Nacht auf dieser Höhe war dann doch etwas frischer als unten im Flachland. 

Um 8 bin ich wieder unterwegs. Auf der linken Seite des Reschensees, wo am Samstag der Reschenseelauf stattgefunden hat. Nach der Überquerung der Grenze gibt es in Nauders erstmal Frühstück. Dabei grüble ich darüber nach, ob ich den Pass jetzt direkt abfahren soll/darf oder einen kleinen Umweg über die Schweiz mache. Ausgeschildert ist der weitere Verlauf der Via Claudia nicht. Ich riskiere es, soviel Verkehr ist noch nicht. Ausgerechnet in der Galerie und Tunnel im mittleren Teil des Passes fahren  zwei LKW zu mir auf, einem gelingt nach dem ersten Tunnel das Überholmanöver, der andere bleibt hinter mir und damit der ganze Verkehr, der jetzt an mir vorbeiziehen würde. Ganz schön spannend. Kurzzeitig fahre ich sogar zu einem Rennradler auf, der kurz vor mir gestartet ist. Im Tal fahre ich rechts raus und ernte aus einem der vorbei fahrenden Autos heftige Flüche. Aber sowas lässt mich inzwischen kalt. Ab hier ist es jetzt einfach. Der Radweg ist jetzt immer auf eigener Trasse unterwegs, durch Wiesenlandschaften, links oder rechts des Inn, mal eben daneben oder mit vielen kleinen Wellen durch enge Durchbrüche. Jetzt sind wieder viele Radler unterwegs. Die Hitze ist heute nicht ganz so schlimm, es ist angenehm zu radeln. In Landeck gibt's einen Döner, erstaunlicherweise haben heute alle Läden zu. Ist in AT eigentlich nicht üblich.

Ab Imst verlasse ich den Inn und bin jetzt überwiegend auf Schotter und im Wald unterwegs. In Tarrenz ist ein kleines Bergwerk - Museum, dort steht ein Radwegweiser, Fernpass, 18 km. Ich frage die Dame an der Rezeption. Die meint, der Radweg über den Fernpass sei inzwischen 'super' ausgebaut, da müsse niemand mehr auf die Passstrasse. In meiner Erinnerung weiß ich noch, dass der Radweg ein MTB - Pfad war, den ich einmal 2009 in der Gegenrichtung befahren habe.

Was folgt, ist ein ein machen Stellen verbreiteter Forstweg, mit mehr oder weniger grobem Schotter, mit dem MTB sicher kein Problem, aber mit schmalen Reifen eigentlich nicht fahrbar. An manchen Steilstellen so schmal und unübersichtlich, dass es bei Gegenverkehr echt heikel wird. 

Ab der Passhöhe wird dann auf die andere Straßenseite gewechselt, wo es erstmal weiter nach oben geht. Die Abfahrt nach Ehrwald ist vollends übel, das hätte ich zum Schluss nicht mehr gebraucht. Viel schneller als beim rauffahren bin ich hier auch nicht. 

Als ich endlich Asphalt kurz vor Biberwier erreiche, gönne ich mir mein Zielbier an einer Alm. Das muss ich allerdings ziemlich schnell runterkippen, weil mein Bus (Schienenersatzverkehr) in Richtung Pfronten in 45 Minuten fährt und ich noch 4 km zum Bahnhof habe. Wobei man beim SEV nie weiß, ob die ein Fahrrad mitnehmen. 

 

Am Bahnhof gibt es mehrere Durchsagen, einen SEV gibt es auch nach Garmisch. Aber lt. Fahrplan kommt der nach Pfronten früher. Der Bus kommt pünktlich (17:29), der Fahrer steigt aus, er meint, eigentlich keine Räder, aber schnell einladen, damit es der Begleiter nicht sieht. Vorne drauf steht Pfronten. Also Rad schnell rein, der Busbegleiter merkt tatsächlich nichts, dafür stelle ich gleich nach der Abfahrt fest, dass der Bus in Richtung Garmisch fährt. Scheiße, Diskussion mit dem Busbegleiter, der direkt vor mir sitzt. 

Das Ende vom Lied: In Garmisch erwische ich gerade noch den Bus, der wieder zurück nach Ehrwald und weiter nach Pfronten fährt. Nochmal gut gegangen, gerade mal eine Stunde verloren. 

Danach klappt alles, umsteigen in Kempten und Ulm, um 22.45 bin ich in BC. 

 

111 km, 1206 hm zum Abschluss. 

 

Meine spezielle Tour de France ist zu Ende. Man könnte auch sagen, von Saarbrücken nach Ehrwald geradelt. 

Eine kleine Statistik:

Insgesamt unterwegs 51 Tage, davon 47 Tage auf dem Rad. 

4621 km und 41250 Höhenmeter.

Höchster Punkt der Strecke: Tourmalet 2115 m. 

In der Zeit 2 x in einem richtigen Bett geschlafen, einmal auf dem Küchenboden. 

Pannen : Keine

Unfälle :  In Toulon an der Ampel umgefallen, weil im mich beim Abstützen an der Gehsteigkante verschätzt und abgerutscht bin. 

Gewicht verloren: Ca. 6 kg, 4 Zuviel. 

 

Sollte sich jemand für meine Tagesberichten interessiert haben, vielen Dank dafür. Vielleicht konnte ich den einen oder anderen damit erfreuen. 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    E.v.M. (Dienstag, 19 Juli 2022 20:14)

    Hi Scheffe,
    willkommen zurück. Die 4 kg zuviel abgenommen werden wir bei den Wandervögel-Touren mit Kässpatzen wieder hinkriegen.
    Scheena Schütza.
    Grüße E.v.M.